Selbstliebe

Es ist wichtig, dass du dich liebst, dass du dich respektierst und dich immer gut behandelst. Es bringt nichts, dich für alles fertigzumachen und dich selbst zu bestrafen. Behandele dich so, als wärst du deine große Liebe und im besten Falle, sei deine große Liebe. Natürlich sollst du nicht nur an dich denken und egoistisch werden. Aber setze Prioritäten und tue dir gut.

Du bist der Herr über dich. Du kannst entscheiden, was mit dir geschieht, wie dein Tag abläuft und wie dein Leben abläuft. Natürlich gibt es äußere Einflussfaktoren. Aber im größten Teil bestimmst du dein Leben.

Entspanne dich, erhole dich und tue das, was du brauchst und dir guttut. Du hast nur in diesem Leben dieses Leben.

Eins muss dir bewusst sein. Solltest du dich nicht aufrichtig lieben und respektieren, kannst du keine funktionierende Beziehung führen. Du wirst nicht glücklich. Es wird nicht klappen und es wird Höhen und Tiefen geben. Die Beziehung wird nicht auf Augenhöhe stattfinden. Einer wird die Oberhand gewinnen. Die Beziehung könnte scheitern.

Nimm dir so viel Zeit für dich, wie viel du brauchst. Tue nur das, was du auch möchtest und wozu du bereit bist. Versuche selbstbewusst durchs Leben zu gehen. Versuche inneren Frieden zu schließen. Rede dir innerlich immer gut zu. Munter dich auf und tröste dich. Versuche stets nach oben zu blicken und deine Ziele nicht zu verlieren. Setze dir Ziele, dass kann motivierend sein. Menschen brauchen Ziele.

Schaue in den Spiegel. Sei stolz auf dich. Bestärke dich. Sage dir jeden Tag tolle Worte.

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Borderline Symptome und Ursachen

Borderline-Syndrom bezeichnet eine psychische Störung, die als Grauzone zwischen Neurose und Psychose definiert wurde. Heute gilt Borderline als Form emotionaler Instabilität. Borderline ist häufig mit anderen Störungen verbunden, unter anderem mit Anorexie und Bulimie, sowie dem Post Traumatischen Belastungssyndrom. Betroffen sind drei Prozent der Menschen in Deutschland, Frauen ebenso wie Männer. Jeder zweite Borderliner versucht mindestens ein Mal, sich das Leben zu nehmen. Therapien sind also lebenswichtig.

Boderline Symptome

Borderliner wechseln zwischen Euphorie und Weltuntergang, Liebe und Hass, Selbstentwertung und Allmachtsfantasie, ihre Seele zersplittert. Schlafstörungen, Konzentrations- und Sprachprobleme, multiple Persönlichkeiten als Folge von seelischen Abspaltungen, Ess-Störungen wie Anorexie, Bulimie oder Fress-Sucht, Deja-Vus und Flashbacks von schrecklichen Erlebnissen, fehlendes Körpergefühl, Phobien und Panikanfälle sind für Borderliner Alltag.

Chaos in der Lebensgestaltung, Regressionen bis zu Kleinkindverhalten, unvermittelte Aggressivität, rasender Zorn und ohnmächtige Wut, Dissoziationen und verzerrte Wahrnehmung begleiten sie. Der Zusammenbruch von Außen und Innen, Nähe und Distanz. Hoffnungslosigkeit und Depression, intensive, aber schnell wechselnde Beziehungen, Selbsthass und Isolation, vernichtende Schuldgefühle, zwanghafte Selbstzerstörung und wochenlange Trauer ist für sie Normalität. Suchtverhalten, ob Alkohol, Drogen oder Spiel, gehören ebenso zur Selbstverletzung der Borderliner.

Provokante Rollenspiele in der Gesellschaft, Verschlossenheit und Misstrauen zeichnet auch Subkulturen wie Punk aus, die mit Eltern, Polizei, Justiz oder Schule schlechte Erfahrungen gemacht haben. Oft fühlen sich Borderliner von solchen Subkulturen angezogen; Andersartigkeit ist für sie aber keine bewusst angenommene Identität, sondern eine leidvolle Erfahrung. Borderline ist eine Auffälligkeit unserer Zeit und eng mit dem Turbokapitalismus und seinem Zwang zur Selbstverwertung verbunden.

Die Dämonen des Unbewussten

Identitätsstörungen und diffuse Ängste bedingen sich; der Kontakt zur Realität ist gestört, bleibt aber – im Gegensatz zu offenen Psychosen- erhalten, was es Borderlinern ermöglicht, zu funktionieren, bis der nächste Zusammenbruch kommt. Ein „Sich gehen lassen“, ein Verlust der Triebkontrolle, der auch selbst zerstörerisch aus agiert wird, kommt hinzu, dazu Depressionen und Abhängigkeit von Objekten, infantile Bedürfnisse herrschen. Eine Übertragungspsychose, in der Borderliner eigene Antriebe in anderen verorten und entweder diese oder sich selbst angreifen, gehört zum Sozialverhalten.
Nathan Schwartz-Salant erkennt, dass Borderliner unmittelbar in unbewussten Vorgängen leben. Ihre inneren Bilder zwingen sich den äußeren Formen auf und bieten damit die Möglichkeit, zu sehen, was „man normalerweise nicht sehen möchte“.

Borderliner behalten die visionäre Sicht des Kindes bei, aber es ist die Sicht eines verletzten Kindes, so Schwartz-Salant. „Es wird zwar ein ungeheures Maß an Affekten freigesetzt, die aber keine erneuernde Kraft haben – es kommt also nicht zu der Schaffung von „legitimen Zielen und Werten.“  Die Vereinigung zwischen zwei Personen führt, laut Schwartz-Salant, zu einem neuen Archetyp, der sich im Unbewussten formt – im Leiden des Borderliners zerstückeln diese unbewussten Prozesse; der Betroffene erlebt die dunklen Aspekte dieser Vereinigung, nicht aber ihre Leben spendenden Bestandteile.

Das Leben auf der Schwelle

Diese Phasen der körperlichen Entwicklung verschmelzen beim Borderliner mit biografisch erworbenen Strukturen, was zu Chaos führt: Bin ich zölibatär oder nymphoman, ein Kind oder ein alter Mann, Heilige oder Hure, Mann oder Frau? War ich in einem vorhergehenden Leben eine vergewaltigte Frau? Borderliner können in die Wahrheiten, die Rollenspiele vermitteln, hinein gehen, sind aber unfähig, Mythen, historische Personen oder Romanfiguren von ihrem realen Leben zu unterscheiden und wirken selbst wie Hüllen, durch die ein Geschöpf aus einer fremden Welt spricht. Bilder des Unbewussten, die Menschen in ihren Träumen erfahren, leben im Borderliner, ohne dass er sie kontrollieren kann. Ohne es selbst zu merken, schwankt der Grenzgänger zwischen verinnerlichten Eigenschaften der Eltern, Abwesenheitsgefühlen – was am Scheitern von einer Entwicklungsstufe zur nächsten liegt – und abgespaltenen Komplexen, die negativ besetzt sind: Höllenbildern. Jede Entwicklung zu einer neuen Lebensphase hin, die ihn verändert, bedeutet für Borderliner Todesangst.

Borderline Ursachen

„Das Schreckliche ist mir so vertraut, dass ich mir immer wieder Situationen suche, die schrecklich sind.“ Eine Borderlinerin

Traumatisierungen in der Kindheit liegen Borderline meist zugrunde. Fehlendes Urvertrauen zu den Eltern und ein gestörtes Verhältnis von Vater und Mutter, Scheidung oder kaputte Ehen, unzuverlässige Kontakte gehören zur Biografie von Betroffenen. Eltern, die sich nicht einfühlen, prägen die Grenzgänger, dazu gegensätzliche Erwartungen, die die Eltern an sie stellen.

Menschen, die am Borderline-Syndrom leiden, waren häufig verbalen und seelischen Misshandlungen ausgesetzt, sei es Liebesentzug, sei es Vernachlässigung. Ein gebrochenes Verhältnis zu mindestens einem Elternteil ist typisch. Psychische Erkrankungen der Mutter oder des Vaters und damit einher gehende Unberechenbarkeit führen dazu, dass die Betroffenen keine stabile Identität entwickeln. Alkoholprobleme und Drogenmissbrauch der Eltern kommen hinzu. Klassisch sind Eltern, die selbst eine Borderline-Symptomatik zeigen – verbreitet sind  auch paranoide Schizophrenie und manische Depression.
Jeder zweite Borderliner erfuhr Gewalt durch mindestens ein Elternteil, Mitschüler oder Nachbarn. Manche Borderliner erlebten sogar extreme Gewalt in der Familie wie Verbrühungen, Faustschläge, Verletzungen mit Gegenständen und Waffen. Gewalt mit Rechtfertigungen wie „wenn du immer Widerworte hast“, führt zu Schuldgefühlen.

Das Schreckliche ist ihnen so vertraut, dass diese Kinder Situationen suchen, die schrecklich sind, und die Gewalt, die sie fürchten, provozieren, ohne es zu wissen. Fehlt der Schrecken, fehlt die Identität.
Borderliner entwickeln Sensibilität und eine Art „siebten Sinn“ für Bedrohungen. Diese Intuition ist ambivalent, denn die seelisch Instabilen riechen nicht nur förmlich, wenn Gefahr droht und sind in Extremsituationen handlungsfähig, sondern sie suchen diese Situationen und führen sie selbst herbei. Manche Borderliner könnten im Bürgerkrieg überleben, aber schaffen es nicht, den Alltag zu bewältigen.

Sexueller Missbrauch als Ursache

Sexueller Missbrauch ist für Borderliner typisch – vor allem bei Frauen. Promiskutivität verbindet sich mit Selbsthass und Ekel vor dem Partner, Prostitution ist eine Folge. Eine Borderlinerin gab an, dass sie sich „von genau den Typen abziehen“ ließ, vor denen sie sich ekelte. Männer, die sich freundlich verhielten, machte sie hingegen lächerlich, kritisierte sie oder ignorierte sie; sie ließ sich sexuell erniedrigen und zeigte zugleich ihren Vatertäter an.

Eine Folge des Missbrauchs ist der Wechsel und abrupte Abbruch von Sexualbeziehungen. Borderlinerinnen unterstellen ihren Partnern niedrige Motive, langweilen sich aber, wenn und weil ihre Partner diese nicht haben; sie sehnen sich nach Zuneigung, wenn sie aber Liebe erfahren, vermuten sie ein Haar in der Suppe, und wenn sie dieses Haar nicht finden, halten sie ihren Partner für lächerlich, denken, er würde sie nicht kennen.

Sie erzwingen Liebesbeweise, weil sie Liebesbekundungen nicht glauben; wenn sie diese aber bekommen, fühlen sie sich in ihrer Freiheit bedroht. Dabei empfinden sie es nicht als Lüge, am Morgen danach das Gegenteil von dem einzufordern, was sie am Abend zuvor verlangten; sie erkennen zwar, dass es absurd wirkt, das Gegenteil von dem zu tun, was sie zuvor vertreten haben, wissen aber nicht, warum sie sich so verhalten. Sie stellen ihre Partner vor erprobte Kampfsituationen gegenüber dem missbrauchenden Elternteil, und Machtspiele brechen sich Bahn, gerade wenn der Partner dem gehasst-geliebten Bild nicht entspricht.

Trotz diverser Sexualkontakte reagieren sie auf Zärtlichkeiten aggressiv, so dass jemand, der ihre andere Seite nicht kennt, sie für sexuell distanziert hält. Nur jede vierte Borderlinerin hat keine Erfahrung mit sexuellen Übergriffen durch Überlegene, jedes zweite der Missbrauchsopfer erlebte diese Übergriffe im engen sozialen Umfeld, jedes vierte als Inzest-Verhältnis zu einem Elternteil. Der sexuelle Missbrauch begann meist vor der Pubertät, bedrohliche Sexualität zerreißt das Kindheits-Selbst.

Borderliner verleugnen, um die Spaltung in guten Täter und missbrauchenden Täter aufrechtzuerhalten. Sie blenden Tatsachen, die gegen Idealisierung einerseits und Entwertung andererseits sprechen, so sehr aus, dass sie diese nicht abrufen können.

Auf Außenstehende wirken Borderliner oft wie Kinder. Bindungsdefizite, eine Hemmung des Individuationsprozesses in der frühen Kindheit sind wesentlich. Melanie Klein erkannte, dass Borderliner in der depressiven Phase scheitern, also wenn das Kind seine magische Welt an die äußere Welt anpasst und notwendig frustriert wird. Durch Verletzungen in dieser Zeit des magischen Denkens, des träumenden Kindes, ziehen sich Borderliner in die unbewusste Welt der Kindheit zurück, die aber mit ihrem gereiften Körper und den veränderten Anforderungen der Außenwelt nicht einhergeht.

Borderline Behandlung
Eine Borderline-Persönlichkeitsstörung wird oft mit einer Psychotherapie in Kombination mit Medikamenten behandelt. Folgende Therapieformen werden in diesem Zusammenhang häufig eingesetzt:

  • Schemafokussierte Therapie (Schematherapie): Bei dieser Therapie wird versucht, tief verwurzelte Handlungsschemata zu finden, die mit traumatischen Kindheitserlebnissen in Verbindung stehen. Ziel ist es, solche Schemata durch geeigneteres Handeln zu ersetzen, um angemessen auf Geschehnisse reagieren zu können.
  • Dialektisch behaviorale Therapie: Diese Therapieform ist eine Mischung aus Verhaltenstherapie, kognitiver Therapie, Gestalttherapie sowie Hypnotherapie. Im Laufe der Behandlung sollen Fertigkeiten erlernt, trainiert und angewendet werden, die den Betroffenen bei der Lösung von Problemen helfen soll. Darüber hinaus werden Probleme der Lebensführung und des emotionalen Erlebens näher beleuchtet.
    • Transference Focussed Therapy: Bei dieser Therapie steht die mangelnde Fähigkeit der Empathie von Borderline-Betroffenen im Fokus. Es soll gelernt werden, die inneren Vorgänge bei anderen Menschen besser zu erkennen und zu verstehen. Im Therapieverlauf soll versucht werden, die gestörte Objektbeziehung auf die Therapeutin oder den Therapeuten zu übertragen, um den Prozess so aufzuarbeiten.
    • Mentalisierungsbasierte Therapie: Auch hier steht die die sogenannte Subjekt-Objekt-Differenzierung im Mittelpunkt. Der Fokus liegt jedoch mehr auf der Kontrolle von Impulsen und Affekthandlungen.

    Borderline Medikamente

    Eine Borderline-Therapie wird nicht selten durch Medikamente unterstützt. So werden häufig Stimmungsstabilisierer verschrieben, die das Risiko für erneute Krankheitsschübe senken sollen. Atypische Antipsychotika finden ebenso Anwendung. Diese lindern Reize und reduzieren psychotische Symptome wie Halluzinationen, Wahn sowie assoziative Lockerungen. Liegen zusätzlich Angststörungen oder Depressionen vor, können auch Antidepressiva wie Selektive-Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRIs) zum Einsatz kommen.

    Therapeutische Probleme

    Borderline ist zum Modebegriff geworden, so Schwarz-Salant. Demnach bemitleiden sich Therapeuten gegenseitig, die mit diesen „schwierigen Patienten“ arbeiten und sprechen sich von eigenen Fehlern frei. Diese Patienten können sehr manipulativ auf den Therapeuten wirken, und Borderliner können den Psychologen oft nicht ernst nehmen. Denn ein psychisch stabiler Therapeut kann sich der Zwischenwelt, in der der Borderliner lebt, immer nur nähern.

    Denn die Verteidigung der verletzten Seele ist für den Borderliner auch im Alltag ein Kampf um Leben und Tod und versetzt auch den Therapeuten in Kampfbereitschaft. Während er den Patienten heilen will, steht er ihm durch das Auslösen von notwendigen psychischen Prozessen als Todfeind gegenüber.

    Das gleiche gilt für den Beziehungspartner: Liebe und Hass, Vergötterung des Geliebten und das Bedürfnis, ihn in einem Akt der Selbstverteidigung zu vernichten, sind für den Borderliner verschmolzen.

    Das Abtasten ist den Borderlinern nicht bewusst, sie selbst leiden darunter, sie selbst verfluchen sich für ihre Hassausbrüche, wissen oft nicht, was sie getan haben. Laut Schwarz-Salant verbirgt sich die Entwicklung in diesem imaginalen Sehen. Die Bilderwelten, die der Borderliner in seiner Seelenhöhle verbirgt, tragen das Potenzial zur positiven Verwandlung.

    Der Psychologe muss sich, laut Schwarz-Salant, auf die plastischen Symbolwelten einlassen, ohne diese automatisch zu sezieren, zu analysieren, und ohne sie in einen normal funktionierenden Rahmen ordnen zu wollen. Es gibt, so Harald Welzer „soziale Verhältnisse, in denen Sinn in unserem Verständnis vollständig suspendiert ist, in denen aber trotzdem Menschen handeln und soziale Beziehungen existieren.“ In einer solchen, für Außenstehende widersinnigen, Erfahrungswelt, lebt der Borderliner.
    Da Borderliner ihren Schatten mit überwältigender Energie auf ihr Gegenüber übertragen, muss der Therapeut Grenzen ziehen, um nicht selbst von Gefühlen des Hasses besessen zu werden. Die Abwehrmechanismen, die er entwickelt, sind der Zugang zum Innenleben des Patienten. Imaginales Sehen, in dem der Therapeut die inneren Bilder, die der Patient auslöst, nicht bewertet, sondern als Erzählung des Unbewussten begreift, kann im Borderliner eine positive Entwicklung auslösen.

    Der Borderliner empfindet Hass und Selbsthass, der verschmilzt; er verachtet sich, weil er fühlt, sein Leben nicht positiv beeinflussen zu können; er schämt sich für seine Ohnmacht. Er flieht, in Sex, den Alkohol, riskantes Verhalten, in den Selbstmord, um das vertraute Gefühl, zu hassen und gehasst zu werden, zu vermeiden.

    Das Problem besteht darin, dass der Borderliner Verlassenheit fürchtet und versucht, sie zu vermeiden, von Konsumrausch bis zu wechselnden Sexualpartnern. Aber diese Abwesenheit, diese geistige Leere, das Eingesperrt-Sein gehört zu der Schwellenpersönlichkeit. Dieser Zustand, dem der Borderliner versucht, zu entgehen, muss erreicht werden, um Authentizität zu finden.

    Zum Drama der Borderliner gehört, Hilfe zwar zu fordern, aber zugleich nicht annehmen zu können. Würde dieser Widerspruch zwischen „absoluter Autarkie“ und der Verschmelzung integriert, würden sie selbst sich auflösen, so ihre Angst: „Mein Leben ist die Hölle, aber ich habe nur dieses Leben“, sagt ein Betroffener.

    Hinter der intelligenten Frau, die Hilflosigkeit beschreibt, hinter dem abgeklärten Jungen, der von seinem Selbstmordversuch berichtet wie aus einer fernen Vergangenheit taucht ein Bild auf, aus dem die verletzte Seele blickt, die unter tausend Masken verborgen ist. Der Therapeut kann durch eigene Traumarbeit an diese inneren Bilder, die der Borderliner verleugnet, kommen, und in diesen Figuren, so bizarr, grotesk und grauenhaft sie auch wirken, steckt ein Potenzial zur Transformation.

    Eine Therapie für Borderliner bietet die Dialektische Behaviorale Therapie (DBT). Diese versucht, die Spaltung der Borderliner dadurch aufzubrechen, dass sie die polaren Aspekte stehen lässt, ohne sie zu bewerten und in ihrer Wechselwirkung zu integrieren. Langfristig soll so ein neues Stadium von Autonomie erreicht werden. Der Borderliner schwankt zwischen unvereinbaren Vorstellungen, Werten und Einstellungen. Ihm rational zu erklären, dass diese Widersprüche unlösbar sind, und er sich entscheiden müsste, vergrößert sein Leid, denn es handelt sich nicht um die Inhalte, sondern um die fehlende Integration negativer und positiver Gefühle. Bei dieser Therapieform geht es darum, den Borderliner dazu zu bringen, dass diese Empfindungen nicht gut oder böse sind, sondern jenseits von Moral eine Synthese bilden.

    Nach jeder Stunde gibt es Hausaufgaben, über die die Patienten genau Buch führen. Die DBT geht davon aus, dass Borderline-Gestörte sich ändern wollen; dass sie nicht verantwortlich für ihre Probleme sind, diese aber selbst lösen müssen; dass sie härter arbeiten müssen als andere, um zu einem Ergebnis zu kommen, dass ihr Leben an der Grenze zum Suizid unerträglich ist. Sie müssen in jedem Lebensbereich ein neues Verhalten lernen. Therapeuten dürfen bei der Arbeit mit Borderlinern nicht allein gelassen werden.

    Liebe und Hass

    „Liebe kann schnell zu Hass werden, Liebe kann schnell zur Selbstzerstörung führen.“ Eine Borderlinerin zu ihrem Partner

    Die Pole einer Verschmelzung mit einem anderen Menschen und Isolation prägen den Borderliner. In einem Moment fühlt er sich geborgen, weil ein anderer Mensch ihn aufnimmt, einen Moment später löst das Panik aus, weil sich der Patient schutzlos fühlt. Dieses Verhalten zeigen Borderliner auch in Beziehungen. Totale Hingabe folgt auf Wochen, in denen er den Partner nicht sehen kann. Der Borderliner dämmt seine Emotionen, weil er Angst vor ihren Explosionen hat; die Patienten sehen in sich eine Bestie wüten, die nicht zu bändigen ist. Der Borderliner steht seinen Gefühlen wehrlos gegenüber. Daraus resultieren katastrophische, sich selbst erfüllende Prophezeiungen. Überzeugt, nicht liebenswert zu sein, interpretiert der Borderliner jede entgegengesetzte Äußerung als Lüge und zerstört die Beziehung, nach der er sich sehnte.

    „In der Psychoanalyse bezeichnet man den Wechsel von Idealisierung und Entwertung als Spaltung. Borderliner trennen Gut und Böse, Schwarz und Weiß.  Die Ursache sind die frühen Abspaltungen. Der Vater, der die Tochter schlug, wird in einen guten und einen bösen Vater gespalten, damit nur der Böse gehasst werden muss, der Gute aber geliebt werden kann. Der Preis sind Realitätsverzerrungen, Menschen werden zu Göttern, die realen Menschen verschwinden, der Betroffene fällt von einem Zerrbild in das nächste; er überfordert seine Partner und tritt sie in den Staub; er sitzt in seinem inneren Käfig, da es ihm die Verzerrungen erschweren, stabile Beziehungen aufzubauen.

    „Ein (…) Abwehrmechanismus bei Borderline-Patienten ist die Projektive Identifizierung. Dabei werden (…) aggressive Anteile (…) projiziert, gleichzeitig aber ein Einssein mit dem Betreffenden empfunden. Das führt dazu, dass der Borderline-Patient den anderen Menschen, auf den er seine Aggressionen projiziert hat und mit dem er sich eins fühlt, mit allen Mitteln kontrollieren und (…) angreifen muss. Der eigene Hass wird dem anderen unterstellt, dieser (…) dazu gebracht, den projizierten Hass seinerseits zu erleben und entsprechend zu handeln. Der Betroffene vermag sich somit als Opfer von dessen Hass zu sehen und schützt sich hierdurch vor den Schuldgefühlen wegen der eigenen Aggressivität.“

    „ Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leben in einem ständigen Dilemma. Sie haben große Schwierigkeiten und Angst, alleine zu sein, wünschen sich schnell intensive Nähe und, dass sie liebevoll umsorgt werden. Bekommen sie die ersehnte Nähe, wird es ihnen schnell zu eng, sie haben Angst verschlungen zu werden. (…) Ein Freund oder auch der Therapeut kann sehr schnell Retter sein, ein Engel auf Erden mit nur guten Eigenschaften, kurz darauf jedoch der Teufel in Menschengestalt. So haben sie immer wieder sehr intensive Beziehungen, die genauso schnell zu Ende sein können.“ (Ingrid Sender)
    Ein Betroffener schildert das Problem: „Eines der Gefühle (…) ist die Einsamkeit. Man hat ständig das Gefühl allein zu sein, selbst wenn man mit anderen zusammen ist, (…) fühlt man sich alleine. Man (…) sehnt sich nach der Nähe der Anderen. Aber sobald jemand dir zu nahe kommt , blockst du sofort ab, du distanzierst dich, schließt dich selber aus, aus Angst und Scham und dem Gefühl von zu viel Nähe erdrückt zu werden, obwohl du dich danach so gesehnt hast.“

    Borderliner gehen mit ihren Selbstverletzungen sadomasochistisch um. Das kann ein Weg sein, das, was Teil ihrer Identität ist, auszuleben. Sie finden damit zwar einen Status Quo, einen Modus Vivendi, entwickeln sich aber nicht und das Unvereinbare bleibt unvereinbar.

    Angst

    „Ich sitze die ganze Zeit in meiner Höhle, und draußen lauert der Panter, und ich gehe nur raus, wenn ich absolut sicher bin.“ Eine Borderlinerin

    Die Persönlichkeit zersplittert, aber das Ich kann sich zeitweise abgrenzen, Psychosen sind kein Dauerzustand der Tragik. Schizophrenen fehlt die Objektdifferenzierung, Borderliner können hingegen in Beziehungen nicht differenzieren und schwanken zwischen Idealisierung oder Verachtung. Sie erleben nicht, dass ein Mensch gleichzeitig „gut“ und „böse“ ist.

    Die Spaltung dient bei Borderlinern der Angstreduktion und ermöglichte in jungen Jahren das seelische Überleben. Schwarz und weiß, gut und böse lassen sich einordnen und versprechen Orientierung im Chaos. In Beziehungen führt ein „falsches“ Wort, ein kleines Missverständnis dazu, dass ein Engel zum Teufel wird, die Liebe des Lebens zum Antimenschen und umgekehrt. Dieser Zustand lässt sich nur behandeln, wenn er als innerer Zustand verstanden wird, den der Borderliner braucht, und dass Angst ihn treibt.
    Thrill ist für Borderliner der Normalzustand, Kampf oder Flucht die Grundsituation –  wie ein Raubtier, das in die Enge getrieben wird. Bei Gefahr ist Angst lebenswichtig; das Drama der Borderliner besteht darin, dass sie diese Angst aus Lebensbedrohungen entwickelt haben, die Mechanismen aber weiter wirken und Beziehungen zerstören, die Vertrauen zur Basis haben. Gewalt und sich liebende Sexualität sind für Borderliner nicht zu trennen. Ihre existentielle Unsicherheit akzeptiert die Unsicherheit, die zum Leben gehört, nicht.

    Die Grenzgänger entwickeln eine verzerrte Risikowahrnehmung. Die Angst vor der Angst, Angst zu haben, treibt Borderliner in Situationen, die angstbesetzt sind. Gibt es die Situation nicht, dann unterstellen sie diese. Angstanfälle, Halluzinationen, Erstickungsgefühle, weiche Knie, schwitzen, Herzrasen und Atemnot nehmen Borderliner in Umständen gefangen, die für Andere keine Gefahr bedeuten.
    Probleme sind vorprogrammiert, im Beruf und in Beziehungen. Borderliner ziehen sich den Ruf zu, unzuverlässig zu sein, weil sie zu Treffen nicht kommen oder Termine nicht einhalten. Wer wegläuft, wenn er mit seinem Beziehungspartner intim werden möchte, erntet kaum Verständnis. Positiv besetzte Erlebnisse tragen durch den Missbrauch den Schatten der Todesangst in sich– wie in einem Horrorroman.
    Die Vertrautheit der Angst führt dazu, dass Borderliner Dinge des modernen Lebens meiden, aber selbst zerstörerische Lagen suchen, obwohl sie beteuern, diese Situationen zu fürchten. Furcht gibt einen Kick, zeigt ihnen, am Leben zu sein. Angstvermeidung löst Fluchtreflexe aus und lähmt den Borderliner. Selbstmord wird zum Weg, der Angst zu entfliehen.

    Selbstverletzung und Boderline

    Borderliner verletzen sich und andere. Sadismus und Masochismus in sexuellen Beziehungen zählen dazu, aber auch das Schneiden mit Messern oder Glasscherben. Borderliner verbrühen und verbrennen sich, schlagen sich oder lassen sich schlagen.

    Die Schmerzen durch die Schnitte sind ein Aderlass, um gestaute Energie abfließen zu lassen und eine Implosion oder Explosion zu verhindern, eine Möglichkeit, in den Körper zu treten. Das lässt sich als umgekehrter Orgasmus betrachten. Eine Borderlinerin berichtet, dass sie sich schneidet, wenn sie dissoziiert. Erst durch Schmerzen fühlt sie sich als Körper in der Welt.

    Dabei gehen sie Risiken ein, die so genannte Normale als Folter oder Tabubruch ansehen. Borderliner sind oft vergewaltigt worden. Auch deshalb provozieren sie oft Situationen, die dieser Erfahrung ähneln. Ob es sich um einen schöpferischen Prozess handelt, diese Verletzung spielerisch umzusetzen, ist für Außenstehende schwer zu beurteilen. Borderliner wären keine Borderliner, wenn ihre Beurteilungen nicht selbst schwankten. Sich zu quälen oder auch quälen zu lassen, ist auch für sie mit Angst und Schmerz verbunden, aber diese Angst und dieser Schmerz sind Teil ihrer Identität.
    Die Grenzen zwischen dem Bedürfnis, dass der Schmerz durch Selbstmord vorbei ist und der Lust am Schmerz, zerfließen. Bei einer Borderlinerin, die ihren Kopf gegen eine Betonwand schlägt, lässt sich kaum sagen, ob sie sich selbst schädigt, oder den Schmerz aufsucht, um sich zu spüren. Die Grenze zwischen Suizidversuchen und dem Aufsuchen von Risiko lässt sich schwer ziehen. Sich auf die Gleise legen und weg springen, sich zu würgen, bis die Zunge aus dem Hals tritt, kann eine suizidale Handlung sein, aber auch ein Kick – und für Borderliner ist die Linie verwischt.

    Rollen spielen

    „Ich bin ein Geist, kein Mensch.“ Eine Borderlinerin
    Borderliner können im Unterschied zu offen Psychotischen eine Zeit lang funktionieren. Für sie sind Dissoziationen typisch, die anderen Menschen nicht auffallen. Der Borderliner wirkt normal, selbst in Gesprächen. Dann steht er auf, geht weg und weiß bei der nächsten Begegnung nichts mehr vom Gespräch.
    Borderliner nehmen neue Identitäten an, wirken überzeugend und charismatisch, ja, „als ob ich diesen Menschen ein Leben lang kennen“ würde. Dabei reagieren sie als Kanal für Symbole, Bilder, Werte und Normen, Haltungen und Anschauungen, deren Energien im Raum kursieren.

    Ein solches Verhalten sehen Zeugen als opportunistisch an; das wird dem Borderliner nicht gerecht. Ebenso wie seine wechselnden Denkmuster nicht notwendig bewusste Lügen sind, gilt dies auch für die Rollen. Da das Unbewusste durch ihn fließt, ist er in dem Moment das, was er verkörpert und morgen etwas anderes. Borderliner können sich in einem sozialen Umfeld einbringen, da sie äußere Identität von ihrer in die Höhle zurück gezogenen verletzten Seele trennen. Sie wirken extrovertiert, obwohl niemand an sie herankommt.

    Das Als-Ob-Verhalten

    Borderliner leiden unter einer fragmentierten Identität und zeigen ein Als-Ob-Verhalten. Sie verhalten sich, als ob sie ein Männer fressender Vamp, eine von der Welt zurückgezogene Nonne, ein Geschäftsmann, ein Rebell, ein Lehrer, ein was auch immer wären. Sie spüren, dass sie das alles sein könnten, aber es nicht sind, dass sie das, was sie erreichen wollen, nicht erreichen können. Was sie erreichen wollen, wechselt derweil ständig. Therapeuten fühlen sich bei Borderlinern in der Minderzahl! Ein Borderliner ist nie allein, denn in ihm spuken viele Personen zugleich.

    Auf Fremde wirken die Patienten faszinierend, wie starke Persönlichkeiten, auch anmaßend oder arrogant, selbstbewusst, wissend und überlegen. Zum Leiden der Borderliner gehört, dass die Zustände psychische Zentren sind, die differenziert und entwickelt wirken, bis der Borderliner in ein anderes Zentrum wechselt und zugleich diesen anderen Teil seiner Persönlichkeit verliert: Er ist keine ausgeformte Persönlichkeit mit vielfältigen Interessen, sondern eine fragmentierte Persönlichkeit, die ihre Splitter nicht unter einen Hut bekommt.

    Dabei lebt der Borderliner in Angst, dass ihn jemand sehen könnte, wie er ist und wünscht sich zugleich nichts sehnlicher. Er spaltet seinen Exhibitionismus ab, statt, wie der Narziss, damit zu verschmelzen. Die Rolle, die er einnimmt, ist nicht er. Darüber schwebt das Gefühl innerer Leere. Die Ursache liegt darin, dass seine Gefühle nicht ernst genommen wurden. Sich selbst zu erkennen, bedeutet für den Grenzgänger seelischen Tod, sich selbst zu verheimlichen aber Betrug. Die Schwellenmenschen bewegen sich als neutrale Wanderer zwischen beiden Polen, „es hat ja  nichts mit mir zu tun“. Der Borderliner glaubt an die Unmöglichkeit, sich selbst gegenüber neutral zu sein. Was er tut, ob positiv oder negativ, war „nicht ich“. Die exhibitionistischen Anteile führen ein Eigenleben und kommen als Alptraumfiguren zurück. (Dr. Utz Anhalt)

Genau das beschreibt es viel zu gut …

Borderliner wechseln zwischen Euphorie und Weltuntergang, Liebe und Hass, Selbstentwertung und Allmachtsfantasie, ihre Seele zersplittert. Schlafstörungen, Konzentrations- und Sprachprobleme, multiple Persönlichkeiten als Folge von seelischen Abspaltungen, Ess-Störungen wie Anorexie, Bulimie oder Fress-Sucht, Deja-Vus und Flashbacks von schrecklichen Erlebnissen, fehlendes Körpergefühl, Phobien und Panikanfälle sind für Borderliner Alltag.

Hallo meine Lieben :)

Ich hoffe es geht euch gut. 🙂

Wie bereits erwähnt habe ich meine Antidepressiva abgesetzt. Also ich merke schon einen unterschied. Aber es ist nicht mehr so wie vor ein paar Jahren, dass ich denke ich halte es nicht aus.

Ich bin leicht reizbar, habe fast durchgehend nervöse unruhezustände. Das ist einfach ein nervöses Kribbeln im Bauch und manchmal ist es sehr schwer auszuhalten und unangenehm. Auch so als hätte man zu viel Koffein zu sich genommen. Denke wieder viel nach und bin nicht mehr so glücklich und nicht so gesellig. Lache nicht viel bin oft still. Bin gern alleine und weiß Beziehungstechnisch auch nicht mehr wo ich genau hingehöre. Meine Beziehung macht mich leider nicht glücklich.

Momentan ist der Führerschein eine Große Belastung. Denn ich komme mit der Praxis einfach nicht voran. Ich bin unkonzentriert und noch sehr hektisch angespannt und ängstlich. So langsam wird es echt teuer und die Zeit vergeht und vergeht. Ich möchte so gerne das das Kapitel beendet ist und erledigt. Aber irgendwann wird es so sein und ich werde es gar nicht fassen können, dass ich den Führerschein nun endlich habe. 🙂 Ich denke im Oktober oder November gehe ich die Prüfung endlich an. Kaum zu glauben aber ich kann die Prüfung kaum erwarten um einfach den Schritt zu gehen.Selbst wenn es daneben geht dann muss ich es halt wiederholen.

Ein großes Thema ist zur Zeit auch mein abnehmen, meine Diät. Habe durch die Antidepressiva 20 Kg in 3 Jahren zugenommen. Nachdem absetzen habe ich die Diät in Angriff genommen. Bisher sind es 4 Kg in 2 einhalb Monaten. Es geht langsam aber dafür gesund. Für Sport hab ich aktuell wirklich keine Kraft. Ich mache zwar einen Büro Job aber komme so kaputt nach der Arbeit nach Hause das ich nur noch zitternd ins Bett falle und erstmal klar kommen muss. Mit 13/14/15/16 Jahren war ich Magersüchtig und ja klar die Gedanken lassen einen auch jetzt mit 27 Jahren nie wirklich ganz los. Ein Teil ist immer da. Ich war bis zu meinem 24 Lebensjahr nie mehr als 54 Kg. Ich weis noch genau wie es war zu Hungern. Und manchmal denke ich einfach wie wäre es einfach wieder so zu hungern wie damals und dann steigt der Mut. Ich weis das es nicht gut ist und krank. Mal sehen wie das weiter geht. Aber immer weiter abzunehmen und Ergebnisse zu sehen macht ein immer mutiger und süchtiger mehr zu erreichen. Das ist echt schwierig. Will endlich wieder so schön dünn sein wie vor paar Jahren.

Stärker als Borderline

Dieses Buch ist ein super Buch, um in vielen verschiedenen Situationen mit sich und dem Umfeld klar zu kommen. Es hat mir sehr weitergeholfen. Es ist übrigens auch als E-Book erhältlich. Ich habe es jetzt auch meiner Freundin gekauft, da bei Ihr auch Borderline diagnostiziert wurde. Ich hoffe das auch ihr das Buch weiterhelfen wird.

Eine alte daoistische QIGONG-Übung ist das Lächeln in die inneren Organe und das gedankliche Aufspüren und Auflösen von blockiertem, um die positive und heilende Energie in den Organen freizusetzen.

Wenn Sie am Anfang bei dieser Übung keine »Gefühle « wahrnehmen können, oder es Ihnen sogar schwer fällt, sich überhaupt gedanklich nach innen zu begeben, dann lassen Sie sich bitte nicht entmutigen. Das innere Lächeln geleitet Sie auch ganz unmerklich, nur durch das Denken an das jeweilige Organ, dorthin und wirkt entspannend und heilend.

Für diese Übung können Sie jede entspannte Haltung im Stehen, Sitzen oder Liegen einnehmen. Sie können die Augen dabei schließen oder leicht geöffnet lassen.

  • Lassen Sie jetzt in Ihrem Innern ein Lächeln entstehen, und leiten Sie dieses Lächeln mit Hilfe der Vorstellung vom höchsten Punkt des Kopfes (Baihul) in Ihre Augen und Ohren. Verweilen Sie mit der Aufmerksamkeit für einige Atemzüge bei Ihren Augen und Ohren, und spüren Sie, wie die Augen sich entspannen, ruhig und weit werden und innerlich zu strahlen beginnen. Spüren Sie die Verbindung Ihrer Augen mit Nase, Mund und Ohren, und nehmen Sie auch hier das angenehme, entspannte Gefühl von Weite und Durchlässigkeit wahr.
  • Stellen Sie sich weiter vor, dass das Lächeln von den Ohren aus in Nacken und Unterkiefer strömt und von den Augen in das zwischen die Augenbrauen.
  • Dann in Nasenwurzel und Nase, in Wangen, und Oberkiefer und über die Zunge und den Zungengrund in die Kehle.
  • Die Kehle ist der Sitz unserer Redegabe und wichtiger Drüsen. Lächeln Sie in die Kehle, bis sich ein Gefühl von Gelöstheit und Weite einstellt.
  • Lassen Sie Ihr Lächeln dann weiter nach unten gleiten durch die Thymusdrüse unter dem oberen Brustbein bis ins Herz.
  • Lächeln Sie in Ihr Herz, und stellen Sie sich dabei vor, dass Liebe, Freude und Mitgefühl Ihr Herz durchströmen. Alle Launen, alle Hektik und Ungeduld werden vertrieben. Das Herz füllt sich ganz mit der Kraft des Inneren Lächelns und schickt diese heilende Lebenskraft mit jedem Pulsschlag durch den ganzen Körper.
  • Lassen Sie das Lächeln jetzt überfließen in die Lungen. Das Lächeln durchdringt die Lungen bis ins kleinste Lungenbläschen, es löst alle Trauer und Depression, lässt Sie tief und ruhig atmen und schafft neuen Lebensmut, der mit jedem Atemzug die ganze Seele erfüllt.
  • Schicken jetzt Ihr Lächeln in die Leber unter dem rechten Rippenbogen.
  • Die heilende Kraft von Freude und Lebensmut aus Herz und Lungen löst in der Leber allen Ärger und Zorn auf und weckt Phantasie, Tatkraft und Freundlichkeit.
  • Leiten Sie diese lächelnde, freundliche Energie in die Nieren, und spüren Sie, wie die Nieren frischer und reiner werden. Lächeln Sie tief in die Nieren. Lebensangst und Furcht werden weggespült, und die Nieren füllen sich mit Sanftheit und Gelassenheit.
  • Leiten Sie diese sanfte Gelassenheit jetzt nach oben in die Milz, die ihren Sitz unter dem linken Rippenbogen hat. Verborgene Sorgen können Sie jetzt mit Ihrem Lächeln auflösen, und Ausgeglichenheit, die positive Kraft der Mitte, stellt sich ein.
  • Leiten Sie das Lächeln weiter in Ihre Sexualorgane, und vereinigen Sie in der Vorstellung die Ausgeglichenheit mit der Kraft, die alles Leben möglich macht.
  • Kehren Sie mit Ihren Gedanken wieder zum Punkt Baihui zurück, und lassen Sie sich von dort aus noch einmal von Ihrem Lächeln wie von einem Mantel aus Ruhe und Gelassenheit umhüllen, der Ihnen Kraft und Schutz in Ihrem Alltag bietet.
  • Lächeln Sie noch einmal tief In Ihre Augen, öffnen Sie anschließend die Augen, und schauen Sie bewusst und klar aus der Ruhe heraus in Ihre Umgebung. Nehmen Sie alle Farben und alle Formen wahr, und lauschen Sie auf alle Geräusche um sich herum. Ihre Umgebung wird Ihnen jetzt sicher reicher und lebendiger erscheinen.

Wirkung und Nutzen

Diese Übung wirkt harmonisierend auf alle inneren Organe und hilft uns, mehr Bewusstsein für Innen und Außen zu entwickeln. Das bewusste Lächeln in einzelne Organe ist sehr hilfreich, um funktionelle Störungen rechtzeitig zu spüren und durch die entspannende Wirkung des Lächelns zu regulieren. Sie hilft, verdrängte Emotionen wahrzunehmen und Innerlich oder auch in der äußerenen Realität zu lösen.

Alltagstipp

Das Lächeln in die Organe ist eine sehr schöne Übung morgens im Bett zum frohen Aufwachen und abends vor dem Schlafengehen zur »Reinigung « von allen Energien und  Emotionen des Tages.

Eine kurze Übung: Achtsames Atmen

Nimm deine Atmung wahr. Spüre wie der Atem durch deine Nase herein fließt, fühle wie er sich in deinem Brustkorb ausbreitet.  Dein Zwerchfell bewegt sich. Du atmest richtig, wenn dein Bauch sich beim Einatmen wölbt und beim Ausatmen wieder einzieht.

Hast du den richtigen Rhythmus gefunden, dann nimm ein paar Atemzüge und beobachte sie genau.

Verlängere nun deine Ausatmung ganz behutsam. Lasse den Atem ganz langsam herausströmen. Glaubst du, dass das Ende der Ausatmung erreicht ist, dann atme noch ein wenig tiefer aus.

So kannst du deine Ausatmung ohne Anstrengung stetig verlängern.

Achte darauf, dass du dabei deinen Bauch leer werden lässt. Sorge dafür, dass die Bauchdecke sich mit der Ausatmung senkt und mit der Einatmung hebt. Das massiert und durchblutet ganz nebenbei auch noch deine Verdauungsorgane.

Spüre den Raum, den du durch achtsames Atmen schaffst. Der Körper kann jetzt mehr Sauerstoff und Energie aufnehmen. Die Lungen weiten sich und angenehmes, freies Gefühl breitet sich aus.

Bleibe in der tiefen Atmung, fühle wie der Atem leicht und wie von selbst fliesst.

Idealerweise ziehst du die Phase der Ausatmung mehr und mehr in die Länge. Achtsames Atmen kann die Ausatmung auf das Doppelte und sogar Dreifache ansteigen lassen. Die Einatmung benötigt keine besondere Technik, denn sie verlängert sich automatisch. Genieße die tiefe, beruhigende und vitalisierende Wirkung auf deinen gesamten Körper.